Drei Punkte beim Türk SV Bobingen

Es wäre ein leichtes, die junge Mannschaft des SVR für ihren sehr durchwachsenen Auftritt beim Türk SV Bobingen zu verurteilen. Doch am Ende bleibt festzuhalten, dass das Team der teilweise sehr harten Spielweise der Gastgeber, den katastrophalen Platzverhältnissen und den eigenen Nerven Paroli geboten hat!

 

Das Spiel begann erwartungsgemäß: der SV Reinhartshausen versuchte früh in Führung zu gehen, scheiterte aber gleich zu Beginn mehrfach. So machte sich früh eine gewisse Unruhe breit, die  durch die zahlreichen Ungenauigkeiten, die jedoch häufig dem ganz schlechten Platz geschuldet waren, noch bestärkt wurde. Dem Türk SV Bobingen war das egal: das Team nutzte den ersten Konter zur 1:0 Führung. Nach einigen weiteren Chancen gelang dem SVR jedoch der Ausgleich: nach einem Zuspiel von Dennis Biber vollendete Felix Idel. Nun hätte die Sicherheit zurückkehren können, doch an diesem Tag und auf diesem Platz gelang viel zu viel nicht, so dass sich immer mehr Verunsicherung breit machte und auch beste Chancen ungenutzt blieben. Es wäre für den Türk SV an diesem Tag vielleicht eine dicke Überraschung möglich gewesen, doch das Team hatte scheinbar gar keine Lust auf Fußball und dezimierte sich in Durchgang zwei auf haarsträubende Weise selber. Erst mit drei Mann weniger mussten sie das 1:2 hinnehmen: der aufgerückte Philipp Seemüller drosch eine Vorlage von Daniel Schweymaier in die Maschen! Wenig später stellte Oliver Bißle nach einer Vorlage von Max Dempf auf 1:3 und kurz vor Schluss war es der eingewechselte Jonas Mayr, der eine Hereingabe von Lukas Kirchenbaur zum 1:4 Endstand über die Linie drückte.

 

Die drei Punkte wandern damit nach Reinhartshausen und es bleibt festzuhalten, dass das Team sogar dann punkten kann, wenn wirklich sehr wenig funktioniert.

Sechs Punkte für Reinhartshausen

Es waren zwei Partien mit hohem Unterhaltungswert, die die Fans des SVR und die zahlreichen Gäste aus Bobingen zu sehen bekamen. Leider hatten dabei nicht alle ihre Nerven im Griff. Doch am Ende standen sechs Punkte für den SVR!

 

1. Mannschaft

 

Das Spiel der ersten Mannschaft war sinnbildlich für die bisherige Saison: das Team agiert offensiv sehr gefällig, kann sich meistens auch eine Reihe guter Möglichkeiten erarbeiten die auch zu Toren führen, doch ebenso häufig zeigen sich Fehler in der Rückwärtsbewegung. Gegen bereits nach elf Spielminuten dezimierte Gäste präsentierten sich die Reinhartshauser deshalb im ersten Durchgang eher fahrig und unkonzentriert, um aus der numerischen Überlegenheit Profit schlagen zu können. Die durchaus vorhandenen guten Chancen wurden teilweise leichtfertig vergeben und so kam es, dass dem Gast aus der Bobinger Siedlung ein Foulelfmeter Mitte der ersten Halbzeit zur 0:1 Pausenführung reichte.

 

Nach dem Seitenwechsel war dem Team aus Reinhartshausen der Wille, den Bock umzustoßen, allerdings deutlich anzumerken und früh wurde die Elf dafür auch belohnt: nach einem Pass von Oliver Bißle kämpfte Lukas Kirchenbaur den Ball über die Linie. Es war der Auftakt einer starken Energieleistung. Optimismus machte sich breit und nach einer tollen Hereingabe von Felix Idel auf Dennis Biber landete der Ball zunächst nicht im Tor sondern über einige Umwege erneut bei Dennis Biber und dieser schob dann doch zur herbeigesehnten 2:1 Führung ein. Leider zeigte die im zweiten Durchgang stark verbesserte Defensive dann aber doch noch einen Wackler: nach einem weiteren Foulelfmeter stand es 2:2. Doch nach einer schönen Kombination über Max Dempf, Felix Idel und schließlich Lukas Kirchenbaur ging der SVR nach einer guten Stunde erneut verdient mit 3:2 in Führung. Danach war auf und neben dem Platz vor allem Chaos, das der SVR deutlich besser verdaute  und zu zwei weiteren entscheidenden Treffern durch Dennis Biber kam - einmal vorbereitet von Felix Idel und dann durch die tatkräftige Mithilfe des Gegners.

 

Peinlich und inakzeptabel muss man allerdings die Szenen rund um den zweiten Platzverweis der Siedler nennen. Verbale Entgleisungen der aller untersten Schublade von beiden Parteien, die weder auf dem Fußballplatz, noch sonst irgendwo etwas verloren haben, dürften bei allen normal denkenden Menschen für Abscheu gesorgt haben. Inwiefern sich einzelne Menschen bewusst sind, dass ein Verein eine gemeinnützige Einrichtung mit sozialer Aufgabe ist, und man auch als Zuschauer ein Vorbild für Kinder und Jugendliche ist, muss nicht nur in dieser Situation deutlich in Frage gestellt werden. Der ein oder andere "Fan" sollte sein Verhalten einmal kritisch hinterfragen oder Fußball vielleicht dann doch lieber vor dem Fernseher verfolgen. So nämlich trübt das Verhalten Einzelner ein insgesamt spannendes und über ganz weite Strecken von ein paar Spielern zwar sehr hart geführtes, aber faires Duell, das großen Unterhaltungswert bot.

 

Reserve

 

Die Reserve des SV Reinhartshausen schob sich nach einem glücklichen 4:3 Heimerfolg gegen den TSV Bobingen 3 auf den ersten Tabellenplatz. Der Weg dorthin war jedoch ein enorm steiniger: die sehr gut aufgestellten Gäste übernahmen von Anfang an das Spiel - und zwar in einem Tempo, das einigen Spielern beim SVR schwer zusetzte. Es zeigte sich früh, dass es keinesfalls förderlich war, dass aufgrund einer unangebrachten Gestaltung des Vorabends beim ein oder anderen Spieler die Aufstellung kurz vor dem Anpfiff spontan geändert werden musste... Nach ein paar frühen Umstellungen bekam der SVR zwar langsam besseren Zugriff auf das Spiel, doch die Gäste gingen absolut verdient mit 0:1 in Führung. Der Meister wäre aber nicht der Meister, wenn er an dieser Stelle aufgesteckt hätte: beinahe aus dem Nichts nutzte Aron Stoldt einen Abpraller nach einem Eckball von Martin Bißle sehenswert zum sehr schmeichelhaften 1:1 Ausgleich. Mit diesem Stand ging es dann auch in die Pause.

 

Beim TSV Bobingen war man nach dem Seitenwechsel wild entschlossen, sofort wieder in Führung zu gehen. Womit die Gäste jedoch nicht gerechnet hatten, war eine von Bastian Wenzl erneut taktisch veränderte reinhartshauser Elf, die mit dem Anpfiff zu Durchgang zwei nicht nur auf Konter lauern wollte, sondern dazu auch großzügig eingeladen wurde. So drehte das Team mächtig auf und erzielte innerhalb von sechs Minuten drei entscheidende Tore: zunächst fand Matthias Groll eine Lücke in der Abwehr der Bobinger, Martin Bißle lief allein auf das Tor der Gäste zu und legte im richtigen Moment zum mitgelaufenen Aron Stoldt quer, der eiskalt zum 2:1 verwandelte. Danach folgte der schönste Spielzug des Tages: einen Einwurf von Matthias Groll leitete Martin Bißle mit der Hacke auf Aron Stoldt weiter, der fand wieder Martin Bißle, der dann seinen freistehenden Bruder Alexander Bißle im Strafraum entdeckte, welcher dann nach einer schönen Drehung den Ball im Netzt versenkte. Wenig später war erneut Martin Bißle durchgebrochen, legte quer auf Alexander Bißle und nach einer tollen Parade des Gästekeepers staubte Aron Stoldt ganz überlegt zum 4:1 ab. Trotz oder gerade wegen der nun komfortablen Führung verlor das Team nun leider seine Disziplin und so kamen die Gäste wieder ins Spiel zurück. Hätte der Bobinger Vinzenz Jaser nach einem vermeintlichen Foul den Schiedsrichter nicht darauf hingewiesen, dass er nicht getroffen wurde, hätte Bobingen mit einem Foulelfmeter schnell auf ein Tor herankommen können. Ein herausragend fairer Moment, das i-Tüpfelchen auf einem insgesamt hochspannenden aber sehr fairen Spiel, das der TSV Bobingen trotz energischer Schlussoffensive nicht mehr ausgleichen konnte.

 

Nix zu holen in Walkertshofen

Die erste Mannschaft konnte am vergangenen Wochenende nichts Zählbares aus Walkertshofen mitnehmen: am Ende stand eine bittere 5:1 Niederlage.

 

Erste Mannschaft

Dabei hatte alles so gut begonnen: Felix Idel brachte die Blau-Gelben früh mit 0:1 in Führung. Doch in der Folge litt das Spiel des SVR unter einem inzwischen leider häufig beobachtbaren Problem: individuelle Fehler führen zu vollkommen unnötigen Gegentoren. So auch in Walkertshofen, wo der offensivstarke Gastgeber dadurch plötzlich mit 2:1 in Führung lag. Da half es auch nichts, dass der SV Reinhartshausen sich in der Folge immer mehr Spielanteile erarbeitete. Denn Chancen wurden großzügig ausgelassen und so durfte Walkertshofen am Ende gegen immer weiter aufrückende Gäste erfolgreich kontern und für ein klares Ergebnis sorgen.

 

Reserve

Die Reserve konnte im Heimspiel gegen die Spielvereinigung Deuringen ein äußerst achtbares 0:0 erzielen. Im zusätzlich zum Ligabetrieb ausgetragenen Schwarzbräu-Cup liegt das Team damit auch dort weiterhin sehr gut im Rennen. In einem Spiel, das ganz klar von den Defensivabteilungen der beiden Teams bestimmt wurde, waren gute Torchancen absolute Mangelware. Deuringen erspielte sich zwar durchaus ein spielerisches Übergewicht, doch gefährliche Situationen ließ der SVR quasi nicht zu. Weil man selbst aufgrund einiger Umstellungen in der Offensive nicht die übliche Durchschlagkraft entwickeln konnte, stand am Ende ein leistungsgerechtes 0:0.